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Kyoto entdecken – Tempel, Gassen und das traditionelle Herz Japans

In diesem Reisebericht nehmen wir dich mit nach Kyoto, dem kulturellen Herzen Japans und unserem persönlichen Highlight der gesamten Reise. Wir erkunden die historischen Gassen von Gion, besuchen beeindruckende Tempelanlagen wie den Kiyomizu-dera und den berühmten Goldenen Pavillon Kinkaku-ji. Auch der Bambuswald von Arashiyama sowie ein Ausflug zu den frei laufenden Hirschen im Nara-Park dürfen nicht fehlen. Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten zeigen wir, weshalb gerade die kleinen Gassen, versteckten Tempel und besonderen Stimmungen den Zauber Kyotos ausmachen. Abgerundet wird der Bericht mit praktischen Tipps zu Anreise, Shopping und den Orten, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.

Traditionelle Strasse in Kyoto mit japanischen Laternen und vielen Besuchern.
Belebte Gasse in Kyoto mit traditionellen Laternen und besonderer Abendstimmung.

Nach den ersten Tagen in Tokio führte uns unsere Reise weiter nach Kyoto, wo wir vier Nächte im wunderschönen Hotel Mogana verbrachten. Das Hotel liegt zwar etwas ausserhalb der bekanntesten Altstadtviertel, ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hervorragend erreichbar. Gleichzeitig entdeckten wir Kyoto oft zu Fuss, was sich als eine der schönsten Arten erwies, die Stadt kennenzulernen.

 

Von allen Orten unserer Japanreise hat uns Kyoto am meisten begeistert. Die Stadt wirkt ruhiger und traditioneller als Tokio oder Osaka. Die Skyline wird von deutlich weniger Hochhäusern geprägt, dafür begegnet man an beinahe jeder Ecke Tempeln, Schreinen, historischen Holzbauten und gepflegten Gartenanlagen. Kyoto vermittelt das Gefühl, dass hier das alte Japan bis heute lebendig geblieben ist.

Gion – Kyotos historische Seele

Unser persönliches Highlight war das Viertel Gion. Das historische Altstadtquartier gehört zu den bekanntesten Geisha-Vierteln Japans und blieb während des Zweiten Weltkriegs weitgehend von Zerstörungen verschont. Dadurch sind viele traditionelle Holzhäuser, Teehäuser und schmale Gassen bis heute erhalten geblieben. Wir kehrten während unseres Aufenthalts praktisch jeden Tag nach Gion zurück. Oft ohne konkretes Ziel, einfach um durch die Gassen zu schlendern, Menschen zu beobachten und die besondere Atmosphäre aufzusaugen. Besonders spannend war es, Besucher zu beobachten, die sich für einen Tag als Samurai oder in traditionelle Kimonos kleiden liessen und durch die historischen Strassen spazierten.

 

Die Gegend ist ausserordentlich fotogen. Kleine Cafés, traditionelle Restaurants, stilvolle Souvenirläden und die historischen Fassaden sorgen dafür, dass man gefühlt hinter jeder Ecke ein neues Motiv entdeckt. Besonders schön sind die berühmten Gassen Hanamikoji und Ninenzaka sowie die Umgebung rund um den Yasaka-Schrein.

 

Direkt oberhalb von Gion liegt eines der bekanntesten Wahrzeichen Kyotos: der Tempel Kiyomizu-dera. Die riesige Holzkonstruktion mit ihren markanten orangefarbenen Elementen gehört zu den beeindruckendsten Tempelanlagen Japans. Der Eintritt auf das Hauptgelände lohnt sich. Von der erhöhten Holzterrasse eröffnet sich ein wunderschöner Blick über die Tempelanlage und die Dächer von Kyoto.

 

Wer sich für weitere Tempel interessiert, sollte auch dem Kennin-ji einen Besuch abstatten. Obwohl deutlich weniger bekannt als Kiyomizu-dera, zählt er zu den schönsten Tempeln der Stadt und bietet herrliche Gartenanlagen sowie eine wohltuende Ruhe abseits der grossen Besucherströme.

 

Kulinarisch bleibt uns besonders das Restaurant Kobe Beef Steak Mouriya Gion in Erinnerung. Die Preise liegen etwas höher, die Qualität und das Erlebnis rechtfertigen dies jedoch vollkommen. Eine frühzeitige Reservation ist empfehlenswert.

 

Ebenfalls sehr schön fanden wir die Gasse Zaimokucho auf der westlichen Seite des Kamogawa-Flusses. Entlang des Wassers reihen sich Restaurants, Bars und traditionelle Gebäude aneinander. Besonders am Abend entsteht hier eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Nahaufnahme von einem schön angerichteten Kobe Beef in Kyoto
Ein fantastisches Abendessen im Restaurant Kobe Beef Steak Mouriya Gion

Kinkaku-ji – der Goldene Pavillon

Ein weiteres Highlight war der Besuch des berühmten Kinkaku-ji, auch Goldener Pavillon genannt. Die Anreise mit dem Bus ist unkompliziert und die Anlage gut ausgeschildert. Der Tempel ist mit Blattgold überzogen und spiegelt sich malerisch im davorliegenden Teich. Ursprünglich wurde das Gebäude im 14. Jahrhundert als Altersresidenz des Shoguns Ashikaga Yoshimitsu errichtet und später in einen Zen-Tempel umgewandelt.

 

Der Rundgang führt auf einem Einwegweg durch die gesamte Anlage. Zurückgehen ist nicht möglich, was den Besuch angenehm lenkt. Obwohl sich hier sehr viele Touristen aufhalten, strahlt der Ort eine besondere Ruhe aus. Die Kombination aus Wasser, Bäumen, sorgfältig gestalteten Gärten und dem goldenen Pavillon besitzt eine beinahe magische Wirkung.

Kinkaku-ji – der Goldene Pavillon mit Teich im Vordergrund und eingebettet in grünen Nadelbäumen
Kinkaku-ji – der Goldene Pavillon, unserer Meinung nach einer der schönsten Tempel in Japan

Der Bambuswald von Arashiyama

Der Bambuswald von Arashiyama gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Kyotos. Auf Bildern wirkt er oft spektakulärer, als er in Wirklichkeit ist. Trotzdem würden wir einen Besuch jederzeit empfehlen. Besonders beeindruckend ist die Höhe der Bambusstämme, die scheinbar endlos in den Himmel ragen. Wenn der Wind durch die Pflanzen streicht, entsteht eine ganz besondere Stimmung. Allerdings muss man sich auf viele Besucher einstellen.

 

Für Fotos lohnt es sich, die Kamera einfach nach oben zu richten. So entstehen spannende Perspektiven und gleichzeitig verschwinden die meisten Menschen aus dem Bild. Gerade dadurch entstehen oft die schönsten Aufnahmen. Der Besuch des Bambuswaldes lässt sich hervorragend mit dem Goldenen Pavillon kombinieren. Beide Sehenswürdigkeiten sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Für den gesamten Ausflug sollte man mindestens einen halben Tag einplanen.

Bambuswald von Arashiyama in Kyoto - Blick von unten in die Baumkronen der Bambusstämme
Der Bambuswald von Arashiyama ist eine faszinierende Sehenswürdigkeit in Kyoto

Ein Abstecher nach Nara

Von Kyoto aus unternahmen wir einen Halbtagesausflug nach Nara. Die Zugfahrt ab Kyoto Station dauert ungefähr eine Stunde und ist unkompliziert. Bereits der Spaziergang vom Bahnhof durch die Stadt bis zum Nara-Park hat uns gut gefallen. Im Park selbst begegnet man überall den berühmten frei laufenden Hirschen. Die Tiere haben gelernt, dass Besucher spezielle Reiskekse kaufen können. Entsprechend zielstrebig verhalten sie sich. Sobald sie eine Packung entdecken, verfolgen sie einen teilweise erstaunlich hartnäckig.

 

Das Ganze ist durchaus amüsant und sorgt für viele lustige Momente. Der Park selbst ist weitläufig und schön angelegt. Es macht Spass, sich auf eine Bank zu setzen und das Treiben zu beobachten. Ein absolutes Muss ist Nara aus unserer Sicht nicht, dennoch war es ein gelungener und abwechslungsreicher Ausflug.

Shopping bei Regen

Auch ein Regentag lässt sich in Kyoto problemlos verbringen. Die Stadt verfügt über mehrere grosse überdachte Einkaufsstrassen, in denen man nahezu alles findet. Besonders gut gefallen hat uns die Shinkyogoku Shopping Street. Hier reihen sich Modegeschäfte, Restaurants, Souvenirläden und kleine Spezialitätengeschäfte aneinander. Unser persönlicher Favorit war der grosse Uniqlo Store, in dem wir deutlich mehr Zeit verbrachten als ursprünglich geplant.

Fazit

Kyoto war für uns der Höhepunkt unserer Japanreise. Besonders Gion mit seinen historischen Gassen, den Tempeln und der einzigartigen Atmosphäre hat uns begeistert. Es war einer jener Orte, an denen man stundenlang umherlaufen kann, ohne ein konkretes Ziel zu haben.

 

Unvergesslich bleibt ein regnerischer Abend in Gion. Die nassen Pflastersteine spiegelten die warmen Lichter der Restaurants und Laternen wider und verwandelten die Gassen in eine beinahe filmreife Kulisse. Gerade solche Momente machen den besonderen Reiz dieser Stadt aus.

 

Bei einem nächsten Besuch würden wir noch länger in Kyoto bleiben. Besonders reizvoll erscheint uns ein morgendlicher Lauf entlang des Kamogawa-Flusses, der sich durch die Stadt zieht und über weite Strecken von schönen Spazier- und Laufwegen begleitet wird.

 

Unser wichtigster Tipp lautet deshalb: Besuche die bekannten Sehenswürdigkeiten, verliere dich danach aber bewusst in den kleineren Gassen. Oft entdeckt man zwischen den grossen Attraktionen die schönsten Tempel, die ruhigsten Gärten und jene Orte, die Kyoto so einzigartig machen.

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