Dieser Trailrun im Kanton Zug führt von Holzhäusern entlang des Zugersees und der Lorze durch das ruhige Lorzentobel hinauf auf den Zugerberg. Die rund 23 Kilometer lange Strecke kombiniert flache Passagen mit einem moderaten Anstieg und eignet sich ideal als Longrun oder Vorbereitung auf Bergläufe. Naturbelassene Wege, schattige Waldabschnitte und weite Ausblicke ins Ägerital machen die Route abwechslungsreich und landschaftlich besonders reizvoll. Dank guter ÖV-Anbindung lässt sich der Lauf flexibel als A–B-Tour oder verkürzte Variante planen.
Einleitung
Mitte Februar, nach einer langen Regenphase, zeigte sich endlich wieder die Sonne. Ich startete kurz vor Mittag in Holzhäusern, anfangs noch bei frischer Luft und leicht bedecktem Himmel. Beim Abschnitt auf Höhe Kollermühle brach die Sonne durch – und mit ihr kam spürbar Wärme. Wo der Weg offen lag, wurde es rasch sommerlich, in den schattigen Passagen entlang der Lorze war ich hingegen froh, nicht zu leicht angezogen zu sein.
Dieser Lauf verbindet See, Fluss, Tobel und Aussicht in einer einzigen Route. Vom nördlichen Zugersee-Becken führt er durch das ruhige Lorzentobel hinauf auf den Zugerberg – mit stetig wachsender Höhe, Weitblick und Naturkulisse. Ein Trail, der sich ideal als längerer Trainingslauf eignet und gleichzeitig genügend stille Momente bietet, um bewusst in die Umgebung einzutauchen.
Am Ziel wurde ich auf dem Zugerberg empfangen – inklusive trockenem T-Shirt und Pullover. Ein kleiner Luxus, der den Lauf angenehm abrundete, bevor es mit der Zugerbergbahn zurück nach Zug und weiter nach Hause ging.
Steckbrief
- Region: Kanton Zug – vom nördlichen Zugersee-Becken via Lorzentobel und Höllgrotten auf den Zugerberg
- Distanz: ca. 23 km
- Höhenmeter: ca. 620 hm
- Dauer: ca. 2 Std. 45 min. (Details siehe Strava)
- A-B-Tour: Start Holzhäusern, Ziel Zugerberg
- Schwierigkeit:
-
- Ausdauer: mittel - geeignet für trainierte Läufer oder ambitionierte Freizeitläufer
- Technik: einfach – keine technischen Schlüsselstellen
- Untergrund: naturbelassen – Waldwege, Kies, einzelne Single-Trail-Abschnitte
- Navigation: unkompliziert – offizielle, gut ausgeschilderte Wege
- Beste Jahreszeit: Ganzjährig möglich. Bei Schnee oder stark vereisten Wegen im Winter eingeschränkt empfehlenswert. Besonders angenehm im Frühling, Sommer (schattiges Tobel) und Herbst.
- Verpflegung: Laufweste mit 2 × 0,5 l Bidons empfohlen. 1–2 Gels oder Riegel für die Distanz sinnvoll. Brunnen mit Trinkwasser unterwegs vorhanden – besonders beim Schmittli vor dem finalen Anstieg bietet sich ein Auffüllen an.
Video & Impressionen
Routenbeschreibung
Der Lauf beginnt in Holzhäusern und führt zunächst leicht abfallend Richtung Zugersee. Bei Hünenberg am See erreicht man den Uferweg und läuft entspannt dem Wasser entlang bis nach Cham und weiter zur Kollermühle. Dieser erste Abschnitt ist flach, rhythmisch und ideal, um den Körper in Bewegung zu bringen.
Ab Kollermühle folgt der Weg einem kleinen Bach, bevor man bei Baar parallel zur Lorze weiterzieht. Spätestens hier verändert sich die Atmosphäre: Asphalt weicht zunehmend Naturwegen, der Trubel bleibt zurück, das stetige Rauschen des Wassers wird zum Begleiter. Zwischen der Spinnerei und den Höllgrotten verläuft der Weg teilweise als schmaler Single Trail direkt entlang der Lorze. Nach längeren Regenphasen kann es hier matschig sein, technisch bleibt es jedoch unkompliziert – Trittsicherheit genügt.
Das Lorzentobel ist der schönste Abschnitt der Strecke. Der breite Naturweg von den Höllgrotten bis zum Schmittli schlängelt sich durch dichten Wald, immer mit Blick oder zumindest Nähe zur Lorze. Im Sommer spenden die Bäume angenehmen Schatten, im Frühling hört man Vögel zwitschern, und selbst an wärmeren Tagen bleibt die Temperatur hier spürbar kühler. Wer möchte, legt eine kurze Pause ein, hört dem Wasser zu und lässt den Puls wieder sinken. Diese Momente erden.
Ab dem Schmittli beginnt der eigentliche Anstieg auf den Zugerberg. Zunächst moderat, später etwas steiler führt eine Waldstrasse kontinuierlich nach oben. Etwa 1,5 Kilometer nach dem Schmittli passiert man die Alpwirtschaft Brunegg. Kurz darauf öffnet sich der Blick ins Ägerital und auf den Ägerisee. Bei klarer Föhnlage wirken die Zentralschweizer Alpen beinahe greifbar nah.
Die letzten Meter zur Bergstation der Zugerbergbahn fühlen sich wie ein kleiner Abschluss an – nicht spektakulär, aber zufriedenstellend. Oben angekommen eröffnet sich nochmals eine weite Aussicht auf den Zugersee, mit Rigi und Pilatus im Hintergrund. Bei passenden Windverhältnissen starten hier auch Paraglider und verleihen dem Panorama zusätzliche Dynamik.
Von der Bergstation geht es bequem mit der Zugerbergbahn zurück nach Zug.
Mentale Momente
Wer ausserhalb der Hauptsaison unterwegs ist oder früh am Morgen startet, erlebt das Lorzentobel oft erstaunlich ruhig. Das gleichmässige Rauschen der Lorze, die Bewegung zwischen Licht und Schatten und die gleichmässigen Schritte auf Naturwegen schaffen einen Rhythmus, der den Kopf frei werden lässt.
Hier vergisst man für einen Moment Termine, Aufgaben oder Erwartungen. Der Fokus liegt auf Atmung, Schritt und Umgebung. Der Blick ins Tal oder später hinüber zum Ägerisee öffnet zusätzlich die Perspektive – Weitblick im wörtlichen und im übertragenen Sinn.
Solche Abschnitte geben mir Kraft. Sie erinnern daran, wie viel Klarheit in Bewegung und Natur liegen kann.
Varianten & Alternativen
Ich bin direkt von meinem Wohnort in Holzhäusern gestartet. Allein der Abschnitt bis zu den Höllgrotten umfasst rund 15 Kilometer. Für mich ist diese Strecke deshalb ein ideales Bergtraining – etwa in Vorbereitung auf Wettkämpfe wie den Jungfrau-Marathon. Dort beginnt das Rennen ebenfalls flach, bevor die eigentlichen Höhenmeter später folgen. Genau dieses Muster bildet auch dieser Lauf ab: zunächst lange, flache Passagen entlang See und Fluss, danach ein stetiger Anstieg bis auf den Zugerberg.
Wer die Distanz verkürzen möchte, kann bequem mit dem ÖV oder Auto bis nach Zug (z. B. Bahnhof) fahren und dort starten. Von Zug führt der Weg entlang der Lorze nach Baar und von dort direkt ins Lorzentobel. Diese Variante ergibt – je nach gewählter Linienführung – insgesamt rund 15 Kilometer und lässt sich optimal mit der Zugerbergbahn und dem Bus als praktische Rundtour gestalten.
Ambitionierte Läufer können auf dem Zugerberg zusätzliche Schlaufen einbauen, etwa Richtung „Hintergeissboden“ oder "Pfaffenboden". Der Zugerberg bietet zahlreiche gut ausgebaute Naturwege, die sich hervorragend für Trailrunning eignen – von kurzen Zusatzrunden bis zu längeren Kombinationen.
Und wer nach dem Anstieg noch Reserven hat, kann natürlich auf die Bergbahn verzichten und den Rückweg laufend antreten.
Anreise & Logistik
Die Route ist hervorragend mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen. Der Bahnhof Zug ist gut erreichbar, von dort führen direkte Wege entlang der Lorze ins Lorzentobel. Die Zugerbergbahn verkehrt im 30-Minuten-Takt und bringt dich zuverlässig zurück in die Stadt. Tickets lassen sich bequem am Automaten oder via SBB-App (EasyRide) lösen.
Parkplätze sind bei der Talstation der Zugerbergbahn vorhanden, jedoch limitiert. Eine gute Alternative ist der SBB Park+Ride-Parkplatz beim Bahnhof Zug.
Persönliches Fazit
Ich liebe diesen Lauf – insbesondere den Abschnitt durch das Lorzentobel. Natur pur, gleichmässiges Rauschen der Lorze, schattige Waldwege und ein stetiger Rhythmus, der den Kopf frei werden lässt. Im Sommer bleiben die Temperaturen hier angenehm, im Frühling wirkt alles lebendig und frisch.
Die Kombination aus rund 15 flachen Kilometern und anschliessendem, moderatem Anstieg macht die Strecke ideal für einen längeren Trainingslauf am Wochenende. Technisch ist der Trail nicht anspruchsvoll, aber durchgehend naturbelassen – Kies, Waldwege, einzelne Single Trails. Genau das macht für mich den Charakter eines Trailruns aus.
Der Blick vom Zugerberg ins Ägerital oder hinunter zum Zugersee öffnet die Perspektive. In solchen Momenten spüre ich Dankbarkeit – für Gesundheit, für Bewegung, für die Möglichkeit, mich von meinen Füssen tragen zu lassen.
Wer es steiler oder intensiver möchte, kann Tempo oder Zusatzkilometer variieren. Für mich ist dieser Lauf eine perfekte Mischung aus Training, Naturerlebnis und mentaler Erholung.



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