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Trail Run Rotenflue - unterwegs zwischen Mythen, Stille und Gedanken

Der Trail Run rund um die Rotenflue führte mich von Schwyz über die Holzegg bis unterhalb des Grossen Mythen und später via Müsliegg und Handgruobi zurück ins Tal. Der Bericht beschreibt die landschaftlich eindrückliche Route mit rund 19 Kilometern und 1100 Höhenmetern sowie die besondere Stimmung unterwegs zwischen Wäldern, Single Trails, Schnee und weiten Ausblicken über die Zentralschweiz. Im Mittelpunkt stehen mentale Gedanken über Ruhe, Natur, Dankbarkeit und das Gefühl, bereits nach wenigen Schritten komplett aus dem Alltag auszubrechen. Gleichzeitig geht es um die meditative Wirkung von Bewegung und darum, wie Trailrunning helfen kann, den Kopf freizubekommen und wieder ganz bei sich selbst anzukommen. Während des Laufs entstanden zudem Gedanken über Balance im Leben, langfristiges Denken und finanzielle Sicherheit. Der Bericht verbindet Natur, Bewegung, mentale Gesundheit und Finanzen auf eine ruhige und reflektierende Weise.

Trail Runner unterwegs auf einem Naturweg bei der Rotenflue oberhalb von Schwyz mit Blick auf den Grossen Mythen und die Zentralschweizer Alpen.
Trail Run bei der Rotenflue oberhalb von Schwyz mit Blick auf die Mythen und die Zentralschweizer Alpen.

Es gibt Läufe, bei denen es nicht nur um Kilometer oder Höhenmeter geht. Es gibt Wege, die einen bereits nach wenigen Schritten aus dem Alltag herausziehen und einen Zustand erzeugen, den man kaum beschreiben kann. Genau so fühlte sich mein Trail Run rund um die Rotenflue und den Grossen Mythen an.

 

Der Trail führte mich von Schwyz hinauf Richtung Holzegg, weiter unterhalb des Grossen Mythen zur Rotenflue, danach über Müsliegg und Handgruobi zurück nach Schwyz. Rund 19 Kilometer und etwa 1100 Höhenmeter – eingebettet in eine Landschaft, die zu den schönsten der Zentralschweiz gehört (hier geht es zu meiner Strava-Aufzeichnung). Die Region rund um die Mythen gilt längst als beliebtes Wander- und Trailrunning-Gebiet und wurde unter anderem auch durch den Helsana Trail sowie lokale Trailrunning-Routen bekannter gemacht. Die Rotenflue liegt direkt südlich des Grossen Mythen und bietet einen eindrücklichen Blick über die Zentralschweiz bis hin zum Vierwaldstättersee. 

Video Impressionen

In diesem Video nehme ich euch mit auf meinen Trail Run rund um die Rotenflue und den Grossen Mythen oberhalb von Schwyz. Zwischen eindrücklichen Naturaufnahmen, ruhigen Momenten und weiten Ausblicken geht es nicht nur um den Lauf selbst, sondern auch um mentale Klarheit, Balance und Gedanken über Zeit, Freiheit und das Leben.

Eintauchen in die Natur

Morgens um zehn startete ich in Schwyz. Bereits nach wenigen Minuten, spätestens als die letzten Häuser hinter mir lagen, war ich komplett eingetaucht in die Natur. Der Weg schlängelte sich wunderschön durch Wälder und Wiesen. Fast durchgehend lief oder wanderte man auf Wanderwegen und Single Trails. Asphalt gab es kaum – befestigte Straßen mussten höchstens kurz überquert werden, bevor der Trail wieder in die Natur eintauchte.

 

Die ersten fünf Kilometer führten stetig bergauf Richtung Holzegg. Immer wieder öffneten sich durch den Wald herrliche Blicke auf den Grossen Mythen, der majestätisch über der Landschaft thronte. Die letzten Tage (Mitte Mai) hatten der Schweiz nochmals einen kleinen Kälteeinbruch gebracht. In höheren Lagen lag teilweise noch Schnee am Boden. Mit jedem Höhenmeter wurde die Luft frischer und der Wind spürbarer. Doch solange man sich bewegte, fühlte sich genau diese Frische unglaublich lebendig an.

 

Unterwegs begegnete ich kaum einer Handvoll Menschen. Statt Gesprächen hörte ich Vogelgezwitscher, das Pfeifen des Windes durch die Bäume und irgendwo oberhalb das entfernte Rufen vom Grossen Mythen. Genau in solchen Momenten merkt man, wie schnell der Kopf ruhig werden kann.

Blick auf die Ortschaft Schwyz mit Vierwaldstättersee und Rigi im Hintergrund.
In wenigen Schritten verlässt der Weg die Zivilisation Schwyz und taucht in die Mythen-Bergwelt ein.

Wenn der Kopf still wird

Mich faszinierte während dieses Laufs vor allem eines: wie schnell man komplett abschalten kann. Berufliche Themen, Gedanken an die vergangene Woche oder offene Aufgaben verschwanden praktisch vollständig. Stattdessen konzentrierte ich mich nur noch auf den nächsten Schritt, auf den Atem, auf die Geräusche der Natur.

 

Der Anstieg hatte es durchaus in sich. Das Herz pochte spürbar. Es war streng. Und gleichzeitig war da dieses wunderbare Gefühl von Lebendigkeit. Dankbarkeit gesund zu sein. Dankbarkeit, keine Schmerzen zu haben. Dankbarkeit, den eigenen Körper zu spüren und Schritt für Schritt dem Ziel näherzukommen.

 

Oben, wo sich die Landschaft öffnete, wurde auch der Wind deutlich stärker. Lange stehen bleiben konnte man nicht mehr, sonst kühlte der Körper rasch aus. Ich griff kurz zu meiner Windjacke, machte einige Fotos und beobachtete ein paar Paraglider, die sich in die Luft wagten.

 

Einmal durfte ich dieses Gefühl vom Fliegen selbst in Kapstadt erleben. Noch heute erinnere ich mich daran, wie sich völlige Freiheit anfühlt, wenn man lautlos über Landschaften gleitet. Genau dieses Gefühl spiegelte sich an diesem Tag auch unten auf dem Trail wider.

Wiese, Waldöffnung mit Bergweg und im Hintergrund Blick auf den Grossen Mythen - Kanton Schwyz
Der Single Trail schlängelt sich steil nach oben, und immer wieder öffnet sich ein Blick auf den Grossen Mythen.

Rotenflue – zwischen Bergen und Freiheit

Bei der Alp Rotenflue war deutlich mehr Betrieb. Die Rotenfluebahn brachte zahlreiche Menschen hinauf auf den Berg. Viele Paraglider bereiteten ihre Schirme vor und warteten auf den perfekten Moment zum Start. Die Rotenflue ist heute ein beliebter Aussichtspunkt oberhalb von Schwyz und bietet einen beeindruckenden Blick über die Zentralschweiz. Gleichzeitig ist sie Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen rund um die Mythenregion. 

 

Auch hier blieb ich nicht allzu lange. Der kalte Wind erinnerte daran, in Bewegung zu bleiben. Von nun an ging es mehrheitlich bergab Richtung Müsliegg und später weiter nach Handgruobi. Einige Wege führten durch das Gebiet der Mythenregion, wo im Winter Ski gefahren wird. Aufgrund der Niederschläge der vergangenen Tage waren viele Abschnitte noch nass und rutschig. Gerade bergab war Konzentration gefragt.

 

Doch genau diese Mischung aus Fokus und Natur erzeugt bei mir oft einen fast meditativen Zustand. Man konzentriert sich auf jeden einzelnen Schritt. Der Körper arbeitet. Die Lunge arbeitet. Und gleichzeitig wird der Kopf ruhig. Man denkt weniger – man ist einfach.

Blick von der Rotenflue auf Vierwaldstättersee, Lauerzersee, Rigi und Grossen Mythen.
Vom höchsten Punkt Rotenflue geniesst man eine fantastische Aussicht auf die Zentralschweiz.

Der Blick in die Ferne

Einer der schönsten Momente kam auf dem Rückweg. Beim Abstieg öffnet sich immer wieder der Blick weit hinaus über die Zentralschweizer Alpen bis zum Vierwaldstättersee. An einer besonders ruhigen Stelle setzte ich mich für einige Minuten einfach ins Gras und schaute in die Ferne.

 

Keine Stimmen. Kein Verkehr. Kein Bildschirm. Nur Wind, Berge und absolute Stille. Genau deshalb suchen viele Menschen immer wieder die Natur auf: um wieder zu hören, was in einem selbst längst vorhanden ist.

Gedanken über Balance, Zeit und Finanzen

Während des Laufens musste ich plötzlich an meinen letzten Beitrag zum Thema „Rad des Lebens“ denken. Darin ging es um die verschiedenen Bereiche unseres Lebens – Gesundheit, Beziehungen, Bewegung, mentale Ruhe, persönliche Entwicklung oder eben auch Finanzen. Erst wenn diese Dimensionen einigermaßen im Einklang stehen, entsteht echte Balance. Genau bei diesem Gedanken wanderte mein Fokus plötzlich zu meinen Finanzen, denn in den vergangenen Wochen hatten zahlreiche Schweizer Qualitätsunternehmen aus meinem Depot wieder Dividenden ausgeschüttet. Und während ich hier durch Wälder lief, den Wind spürte und keinen einzigen Franken ausgeben musste, arbeitete mein Portfolio im Hintergrund still weiter. Dieser Gedanke fühlte sich unglaublich beruhigend an, weil er mir erneut vor Augen führte, dass langfristiges Investieren viel mit Geduld, Vertrauen und Zeit zu tun hat.

 

Genau darin liegt einer der schönsten Aspekte des Investierens: Man muss nicht ständig hektisch reagieren oder permanent etwas tun. Gute Unternehmen entwickeln sich weiter, Dividenden werden ausgeschüttet und der Zinseszins beginnt über die Jahre langsam seine Wirkung zu entfalten. Während ich also Schritt für Schritt durch diese wunderschöne Landschaft lief, entstand gleichzeitig das Gefühl, dass Zeit nicht nur vergeht, sondern in gewissen Bereichen sogar für mich arbeitet. Das gab mir eine tiefe innere Ruhe, weil ich wusste, dass ich mir Gedanken über meine Zukunft gemacht habe und heute Entscheidungen treffe, die langfristig Wirkung entfalten können. Der bekannte Satz „Die Börse ist ein Instrument, um Geld von den Ungeduldigen zu den Geduldigen zu transferieren“ kam mir dabei immer wieder in den Sinn, denn irgendwie erinnerte mich dieser Lauf auch an genau dieses Prinzip.

 

Trailrunning und langfristiges Investieren haben für mich nämlich überraschend viele Gemeinsamkeiten. Beides funktioniert selten über Hektik oder kurzfristige Emotionen. Es geht vielmehr darum, ruhig zu bleiben, Schritt für Schritt voranzukommen und auch längere Anstiege zu akzeptieren, ohne sofort aufzugeben oder ständig den Weg infrage zu stellen. Nicht jeder Abschnitt fühlt sich leicht an, weder an der Börse noch am Berg, doch wer konsequent bleibt und Geduld entwickelt, wird oft irgendwann belohnt.  Finanzielle Freiheit bedeutet am Ende nicht Luxus oder Konsum, sondern vielmehr das beruhigende Gefühl, dass man vorsorgt hat und die Zeit langsam beginnt, für einen statt gegen einen zu arbeiten. Genau dieser Gedanke fühlte sich dort oben zwischen Bergen, Wind und Natur unglaublich richtig an.

Wanderweg zwischen Ibergeregg und Schwyz mit Fernblick auf die Rigi.
Der Abstieg für durch herrliche Single Trails durch Wälder und Wege über offene Wiesen.

Fazit zum Trail

Der Rotenflue Trail gehört für mich zu den schönsten Trailrunning-Routen der Zentralschweiz. Die Kombination aus Wäldern, Single Trails, Mythen-Panorama und den weiten Blicken Richtung Vierwaldstättersee ist schlicht beeindruckend. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle auch an die Initiativen rund um die Helsana Trails beziehungsweise die ausgeschilderten Trailrunning-Routen. Die Signalisation erleichtert die Orientierung enorm und motiviert gleichzeitig dazu, neue Strecken überhaupt erst zu entdecken.

 

Wichtig ist allerdings die Wahl des Wetters. Der Trail führt über viele Naturwege und schmale Single Trails. Nach Regen oder Schneefall können die Wege sehr rutschig werden – besonders im Downhill. Gerade wenn die Beine bereits müde sind, sollte man konzentriert bleiben und die Trittsicherheit nicht unterschätzen. Wer nicht gerne lange Downhill-Passagen läuft, kann auch nur die erste Hälfte absolvieren: von Schwyz bis zur Rotenflue – und anschließend bequem mit der Seilbahn zurück ins Tal fahren.

 

Mich persönlich reizt bereits die nächste Idee: dieselbe Gegend nochmals zu erkunden, dann aber weiter Richtung Alpthal und Einsiedeln. Eine Trailrunning-Verbindung zwischen Einsiedeln und Schwyz könnte landschaftlich unglaublich spannend sein.

 

Manche Wege läuft man eben nicht nur einmal.

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